„Laurastar: Erfahrungen aus der Reparaturpraxis – Ersatzteile, Reparaturfreundlichkeit und Recht auf Reparatur“


Seit vielen Jahren betreibe ich einen Reparaturbetrieb für Haushaltsgeräte unterschiedlichster Hersteller. Für die meisten Marken sind Ersatzteile auch für unabhängige, qualifizierte Fachwerkstätten erhältlich. Dadurch können Reparaturen wirtschaftlich durchgeführt werden, ohne dass Geräte zwingend an den Werksservice eingesendet werden müssen.

Zu diesen Herstellern gehören beispielsweise JURA, De'Longhi, Saeco, Philips, Miele, Electrolux sowie zahlreiche weitere Anbieter. Sie stellen Ersatzteile für ihre Produkte zur Verfügung und schaffen damit die Grundlage für eine nachhaltige und wirtschaftliche Instandsetzung durch qualifizierte Reparaturbetriebe.

Nach meiner bisherigen Erfahrung unterscheidet sich Laurastar in diesem Punkt deutlich von den meisten anderen Herstellern. Viele interne Ersatzteile sind für unabhängige Reparaturbetriebe nicht erhältlich und werden ausschließlich über den eigenen Reparaturservice angeboten. Dies erschwert Reparaturen erheblich und führt dazu, dass Geräte selbst bei vergleichsweise einfachen Defekten an den Werksservice eingesendet werden müssen.

Besonders unverständlich erscheint mir zudem die Situation bei den Dichtungsmanschetten des Wassertanks. Dabei handelt es sich um typische Verschleißteile, deren Austausch für eine qualifizierte Fachwerkstatt innerhalb weniger Minuten möglich ist. Werden diese Dichtungen nicht rechtzeitig ersetzt, kann Wasser in das Geräteinnere eindringen und dort erhebliche Folgeschäden verursachen, insbesondere an der Elektronik, die nicht gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt ist. Auch Undichtigkeiten an Druckschläuchen können zu Wasserschäden im Geräteinneren führen und erhebliche Folgeschäden verursachen.

Aus Sicht eines Reparaturfachbetriebs ist diese Ersatzteilpolitik weder kundenfreundlich noch nachhaltig. Sie führt zu unnötigen Transportwegen, längeren Ausfallzeiten, höheren Reparaturkosten und schränkt die freie Wahl der Reparaturwerkstatt erheblich ein. Technisch wäre es aus meiner Sicht ohne Weiteres möglich, qualifizierten Fachbetrieben die erforderlichen Ersatzteile zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Verfügbarkeit technischer Unterlagen. Viele Hersteller stellen autorisierten Servicestellen und teilweise auch unabhängigen Reparaturbetrieben Servicemanuals, Explosionszeichnungen, Ersatzteillisten oder technische Dokumentationen zur Verfügung. Diese Unterlagen ermöglichen eine fachgerechte Diagnose sowie eine wirtschaftliche und nachhaltige Reparatur.

Nach meiner Erfahrung sind entsprechende technische Informationen bei Laurastar für unabhängige Reparaturbetriebe jedoch nur sehr eingeschränkt oder gar nicht verfügbar. Dadurch wird die professionelle Instandsetzung zusätzlich erschwert, sodass selbst einfache Defekte häufig ausschließlich über den Werksservice behoben werden können.

Ich bin überzeugt, dass eine offenere Ersatzteil- und Informationspolitik sowohl den Kunden als auch der Umwelt zugutekommen würde. Reparaturen könnten schneller, kostengünstiger und wohnortnah durchgeführt werden. Die Lebensdauer der Geräte würde sich verlängern und unnötiger Elektroschrott ließe sich vermeiden. Dies entspricht dem Grundgedanken des zunehmend anerkannten «Recht auf Reparatur,» das darauf abzielt, Produkte länger nutzbar zu machen und den Zugang zu Ersatzteilen sowie technischen Informationen zu verbessern.

Aus den genannten Gründen kann ich den Kauf einer Laurastar-Bügelstation derzeit nicht empfehlen. Stattdessen empfehle ich Hersteller, die qualifizierte, unabhängige Fachwerkstätten mit Ersatzteilen und technischen Informationen unterstützen. Eine solche Ersatzteil- und Informationspolitik stärkt den Wettbewerb im Reparaturmarkt, senkt die Reparaturkosten, verlängert die Lebensdauer der Geräte und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit.